Wasserstoffautos für den Polizei- und Taxi-Einsatz
Brennstoffzellenautos sind in Deutschland immer noch Nischenfahrzeuge. Bald werden sie aber in zwei Städten gut sichtbar sein: Die Berliner Polizei hat für den Streifenwagen-Einsatz zwei Toyota Mirai gekauft. Und ab Februar fährt ein Hyundai Nexo als Taxi durch Oldenburg.
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Toyota gibt an, dass die beiden Brennstoffzellen-Limousinen von Berlin deutschlandweit die ersten FCEV im Polizeieinsatz sein sollen. Allerdings hat die Hamburger Polizei seit Oktober 2019 einen Mercedes GLC F-Cell in ihrer Flotte.
Laut Toyota Deutschland sind die Fahrzeuge bis auf die Folierung, den Blaulicht-Aufbau samt Martinshorn und die Funkvorrüstung serienmäßig – am Antrieb wurde für die Streifenwagen nichts geändert. Die beiden nun ausgelieferten Fahrzeuge sollen bei regelmäßigen Kontrollfahrten sowie für Transport- und Beförderungsfahrten genutzt werden.
Berlin gehört zu den Städten mit einer besser ausgebauten Wasserstoff-Infrastruktur. In der Hauptstadt gibt es fünf H2-Tankstellen. Die Fahrzeuge wurden im Rahmen des „Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung“ (BENE) angeschafft, das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird.
In Oldenburg ist es keine EU-Förderung, sondern eine Kooperation zwischen dem Energieversorger EWE, dem Taxiunternehmen 81111, der Stadt Oldenburg und dem DLR, die den Einsatz des Hyundai Nexo im Taxi-Dienst ermöglicht. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen von drei Nexo aus der EWE-Firmenflotte. Ab Februar wird dieser an Sonn- und Feiertagen auch als Taxi eingesetzt, etwa in Oldenburg und als Flughafenzubringer nach Bremen.
In Bremen ist auch die nächstgelegene Wasserstoff-Tankstelle. Bis Jahresende soll auch in Oldenburg eine entsprechende Tankstelle errichtet werden. Der Taxi-Einsatz des Firmenwagens ist zunächst bis September befristet, mit den zusätzlichen Fahrtstrecken wollen die Projektpartner „wertvolle Informationen über den Betrieb eines Wasserstofffahrzeugs“ gewinnen. Mit Fahrgastbefragungen will man mehr über die Akzeptanz beim Kunden lernen.
Für den Test-Einsatz musste der Wagen etwas umgerüstet werden. Behördlich vorgeschrieben ist eine Notalarmanlage. Das Taxi-Dachzeichen kann jedoch leicht entfernt werden. Da der Betrieb im Rahmen einer Experimentierklausel genehmigt wurde, muss auch kein festes Taxamater verbaut werden – ein GPS-basiertes Smartphone-Taxameter reicht im Rahmen des Test aus.
Update 21.04.2020: Inzwischen ist auch der erste Hyundai Nexo im Polizei-Einsatz. Die Polizeidirektion Osnabrück testet den Nexo als Wasserstoff-Streifenwagen für ein Jahr auf seine Alltagstauglichkeit hin. Eine ursprünglich vorgesehene offizielle Vorstellung des Fahrzeuges gemeinsam mit Innenminister Boris Pistorius und Polizeipräsident Michael Maßmann musste wegen der Corona-Problematik abgesagt werden, wie die Polizei in der Mitteilung schreibt. Das Projekt der Polizeidirektion Osnabrück wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 20.460 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.
„Bei den elektrobetriebenen Einsatzfahrzeugen haben wir bereits sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagt Maßmann. „Auch der Einsatz unserer bundesweit ersten beiden Polizei-Elektromotorräder im Einsatz- und Streifendienst hat zu Anfragen von Polizeibehörden aus ganz Deutschland und darüber hinaus geführt. Jetzt gehen wir mit dem Einsatz eines Wasserstofffahrzeuges in der Polizeidirektion nochmal einen völlig neuartigen und innovativen Weg.“
Im Zuge der Umrüstung zum Funkstreifenwagen erhielt der Nexo die notwendige Ausstattung mit Blaulicht, Martinshorn und Funktechnik. Zudem wurde das Brennstoffzellen-SUV mit der entsprechenden Folierung als Polizeiauto kenntlich gemacht.
toyota-media.de, taxi-times.com, presseportal.de (Update, Mitteilung Polizeidirektion Osnabrück), hyundai.news (Update)
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