Vattenfall und Telekom greifen auf Wallbox-Markt an
Vattenfall und die Deutsche Telekom arbeiten künftig beim deutschlandweiten Ausbau von Ladeinfrastruktur im Privatbereich zusammen. Das Duo will sowohl Besitzer von Elektroautos als auch Unternehmen ansprechen, die auf ihren Parkplätzen Ladeinfrastruktur für Kunden anbieten wollen.
Das Angebot umfasst den Aufbau von Wallboxen nach einem „schnellen und standardisierten Verfahren mit hervorragendem Installationsservice“ und soll im zweiten Quartal 2021 bundesweit ausgerollt werden. Dabei wollen die Partner ihre Stärken im Bereich der Stromnetzanbindung ausspielen. Gesteuert wird das Projekt über die Plattform VLINK der Vattenfall Smarter Living GmbH, einer jungen Geschäftseinheit des schwedischen Energieversorgers. Geschäftsführer Markus Reinhardt: „Dank der staatlichen Förderung boomt der Verkauf von Elektroautos in Deutschland mehr denn je. Entsprechend groß ist auch der Bedarf für die Installation von Wallboxen.“
Die Telekom verfügt über ein bundesweit flächendeckendes Mobilfunknetz – und mehr als 7.000 Mitarbeiter im technischen Außendienst. Damit sei sie der ideale Partner, führt Reinhardt aus. Das Unternehmen könne die Installation von Wallboxen in hoher Stückzahl auch im Privatkundenbereich schnellstmöglich umsetzen. „Dadurch kann VLINK den angeschlossenen Partnern eine skalierungsfähige Lösung und gleichzeitig einen zuverlässigen persönlichen Service anbieten.“
Abgedeckt wird der komplette Service im Bereich E-Mobilität: Von der Vor-Ort-Beratung über die professionelle Installation der Wallbox bis hin zur erforderlichen Anmeldung beim jeweiligen Netzbetreiber und zur Wartung. „Gemeinsam mit Vattenfall können wir den Zukunftsmarkt weiter erschließen und die Zusammenarbeit mit der Branche ausbauen“, sagt Andreas Elberg, Bereichsleiter bei T-Systems on site services, einer 100-prozentigen Tochter der Deutschen Telekom mit Fokus auf IT-Entwicklungs- und -Beratungsleistungen inklusive dem Bereich E-Mobilität.
Interessierten Kunden werde in Kürze ein Online-Termin zur Einschätzung der Möglichkeiten vor Ort angeboten, teilt die Telekom in einer begleitenden Pressenotiz mit. „Dabei werden die individuellen Gegebenheiten beim Kunden digital per Videoübertragung begutachtet und in Echtzeit über die Plattform VLINK erfasst. Somit erhalten die Techniker auch ohne Vor-Ort-Besuch einen guten Eindruck vom baulichen Umfeld der geplanten Installation.“ Die anschließende Montage und Installation der Ladeinfrastruktur könnten auf dieser Basis individuell geplant werden.
Die Telekom ist bereits auf dem Markt für öffentliche Ladeinfrastruktur präsent. Unter dem Label „Comfort Charge“ hat sie bundesweit bereits Schnellladepunkte errichtet. Neben ihrer Rolle als Ladepunktbetreiber war sie bis Mitte 2020 mit ihrem Ladeangeobt „Get Charge“ auch als Mobility Service Provider aktiv. Dieses Geschäft verkaufte die Telekom jedoch vergangenen Sommer an den Schweizer Energieversorger Alpiq, der das Angebot jedoch ein halbes Jahr nach der Übernahme zum Jahreswechsel einstellte.
Vattenfall hat seinerseits gleichermaßen Ambitionen auf dem Markt für öffentliche, halb-öffentliche und private Ladeinfrastruktur. So sind die Schweden in einigen Ländern mit einem eigenen Ladenetz und in ganz Europa mit einem internationalen Ladetarif-Angebot namens InCharge präsent – auch in Deutschland. Über die Vattenfall Smarter Living GmbH hat der Konzern zudem besagte White-Label-Plattform VLINK eingeführt, die es unter anderem Stadtwerken erlaubt, ihre Vertriebs-Prozesse vom ersten Kundenkontakt bis hin zur Beauftragung von Dienstleistern und Fachpartnern komplett digital abzuwickeln. Darüber hinaus bietet VLINK auch Betreuungsleistungen im Bereich Photovoltaik, Speicher und eben Ladeinfrastruktur. Ziel des Unternehmens sei es, die Partner und ihre Kunden bei der Energiewende im eigenen Zuhause zu unterstützen, heißt es. Die Plattform werde bereits von mehr als 50 Kunden, vornehmlich Stadtwerken, genutzt.
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