ZF eröffnet neues eMobility-Komponentenwerk in China

Der deutsche Automobilzulieferer ZF hat in Shenyang in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ein neues Werk für Elektromobilität-Komponenten eröffnet. Dort sollen vor allem elektrische Achsantriebe für Elektroautos hergestellt werden.

zf electric mobility systems shenyang
Bild: ZF

Der erste Spatenstich für das neue Werk wurde im Juni 2023 gesetzt und ZF bezifferte das Investitionsvolumen damals auf rund 130 Millionen Euro. Ursprünglich war die Eröffnung des Standorts für März 2025 geplant, doch der Bau ging deutlich schneller.

Das Werk in Shenyang soll die Expansion von ZF im Bereich E-Mobilität weiter beschleunigen und den Kunden hochwertige und hocheffiziente E-Mobilitätslösungen anbieten, so das Unternehmen. Die elektrischen Achsantriebe, die in dem Werk gebaut werden sollen, basieren auf der modularen ZF-Baukastenplattform für elektrische Antriebe und decken sowohl Vorder- als auch Hinterachsen ab, einschließlich Motoren, Leistungselektronik und Getriebe.

Das modulare Design kann laut ZF Leistungsanforderungen von 100 kW bis 300 kW erfüllen. Es bietet die Möglichkeit, je nach Kundenwunsch zwischen Synchron- und Asynchronmotoren für Haupt- und Nebenantriebe zu wechseln. Der Motor verfügt über eine Hairpin-Wicklung für eine höhere Leistungs- und Drehmomentdichte, einen höheren Wirkungsgrad und eine optimierte Leistungsabgabe. Die Leistungselektronik basiert auf der High-2.0-SiC-Technologie von ZF und kann auf der 800-Volt-Plattform kontinuierlich aufgerüstet werden, was die Funktionssicherheit erhöht und die Kosten optimiert.

„ZF misst dem chinesischen Markt große Bedeutung bei. Die Eröffnung des neuen Werks in Shenyang zeigt die Entschlossenheit von ZF, weiterhin in China zu investieren und zu innovieren“, sagt Renee Wang, Executive Vice President, President of China and Operation Asia Pacific, ZF Group. „Um uns an die ‚chinesische Geschwindigkeit‘ und die ‚chinesische Effizienz‘ anzupassen, treiben wir unsere Lokalisierungsstrategie voran, einschließlich Rohstoffen, Ausrüstung, F&E und anderen Bereichen.“

„Die Eröffnung des Werks für Elektromobilität in Shenyang ist ein weiterer Meilenstein für ZF in seinem Elektrifizierungsprozess. Angesichts des rasanten Wachstums des chinesischen Elektromobilitätsmarktes muss ZF kontinuierlich wachsen, um mit seinem breiten Produktportfolio, seiner starken technischen Expertise und seiner hochwertigen DNA eine wesentliche Rolle bei der Elektrifizierung der Automobilindustrie zu spielen“, ergänzt Timo Maisel, Senior Vice President der Division Electrified Powertrain Technology, Asia Pacific, ZF Group.

Nach der nun erfolgten Eröffnung wird sich das Werk in Shenyang auf die Feinabstimmung der Produktionslinie für die Montage und Inspektion von elektrischen Antriebssystemen konzentrieren und alle Anstrengungen unternehmen, um die Serienproduktion im Jahr 2025 sicherzustellen. Das nun eröffnete Werk ist die dritte Produktionsstätte von ZF für eMobility-Komponenten in China.

Elektrische Antriebssysteme gelten als ein wichtiges Geschäftsfeld für die Zukunft von ZF. Allerdings räumte CEO Holger Klein im Sommer in einem Interview mit dem „manager magazin“ ein, dass „die Technologie für Elektroantriebe überwiegend noch nicht profitabel“ sei.

zf.com

5 Kommentare

zu „ZF eröffnet neues eMobility-Komponentenwerk in China“
Eva Gerhard
05.12.2024 um 16:19
Interessant … In Deutschland Löhne drücken und Arbeitnehmer entlassen, aber für neue Werke im kommunistischen China ist genug Geld da. Danke Turbokapitalismus.
Christian
05.12.2024 um 20:08
Es geht gibt keinen Turbo Kapitalismus sondern nur Kapitalismus. Und China ist auch nicht kommunistisch.
Winfried Fuchs
05.12.2024 um 19:24
ZF produziert in China für chinesische Firmen, glaubt Eva Gerhard wirklich wir könnten in Deutschland für den chinesischen Markt mir wettbewerbsfähigen Preisen produzieren? Das wäre sehr blauäugig. Die dortigen Stückzahlen bezahlen wenigstens unsere Enrwicklungskosten und tragen dazu bei, dass ZF ihre Position als Hightech Entwickler halten kann und so auch in Deutschland noch Arbeitsplätze sichert. Wer den Kapitalismus nicht mag, sollte mal reflektieren wie der hochgelobte Sozialismus in der DDR und dem gesamten Ostblock funktioniert hat.
Mathias Binder
05.12.2024 um 21:37
Die Produktionskosten, Variablen Kosten, sowie die günstigen Löhne sprechen dafür in China zu bauen und fertigen, aber nicht mehr Made in Germany, sondern Globalmade in China , da kommt fast alles her. Nur die Patente nicht. Alle Aufsichtsräte in der Automobilindustrie müssen das stemmen und verantwortlich sein für diese Entscheidungen. Gruß MB
Andreas Stauber
09.12.2024 um 21:07
Naja, alles nach China... vor allem das know how! Wer hat noch soviel Vertrauen, dass sich das rechnet? Ich denke, wir sollten uns langsam etwas von der bedingungslosen (!) Globalisierung verabschieden !

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