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Bild: Daniel Bönnighausen
FahrberichtAutomobil

Kia EV5 im Test: Nicht der Schnellste, aber einer der Schlüssigsten

Mit dem EV5 hat Kia ein elektrisches Kompakt-SUV auf den Markt gebracht, das sich nicht über technische Spitzenwerte definiert. Stattdessen will der 4,61 Meter lange Stromer in einem der volumenstärksten Fahrzeugsegmente Europas seine Stärken an anderen Stellen ausspielen. Welche das sind und wo die Südkoreaner noch nachschärfen sollten, zeigt unser Fahrbericht.

Der EV5 füllt bei Kia eine auffällige Lücke. Zwar ist die Marke bei Elektroautos längst breiter aufgestellt, doch ein klassisch geschnittenes elektrisches SUV in der Größenordnung des Sportage fehlte bislang. Genau dort setzt der EV5 an: als elektrische Alternative zu einem der wichtigsten Modelle dieser Marke.

Ein Selbstläufer wird das allerdings nicht. Mit Modellen wie VW ID.4, Skoda Enyaq, Hyundai Ioniq 5 und Tesla Model Y gibt es längst etablierte Orientierungspunkte, auch wenn nicht alle Wettbewerber formal exakt gleich positioniert sind. Kia stößt mit dem EV5 also in ein Umfeld vor, in dem viele Kunden bereits klare Vergleichsmaßstäbe haben.

Umso wichtiger ist, dass der EV5 nicht allein durch einzelne technische Werte überzeugen kann. Reichweite, Ladeleistung und Effizienz bleiben zentrale Kriterien, reichen in dieser Klasse aber allein nicht aus. Entscheidend ist, ob das Gesamtpaket im Alltag aufgeht – beim Fahren, Laden, Bedienen und beim Raumangebot. Wie gut das gelingt, zeigt der Test der GT-Line mit Frontantrieb.

Vertrautes Gesicht, neue Klasse

Optisch fügt sich der EV5 klar in Kias aktuelle Elektroauto-Familie ein. Die Karosserie ist kantig, die Front aufrecht und auch die bekannte Star-Map-Lichtsignatur vorn und hinten darf nicht fehlen. Die Verwandtschaft zu EV9 und EV3 ist unverkennbar.

Mit 4,61 Metern Länge, 1,88 Metern Breite und 1,68 Metern Höhe bewegt sich der EV5 in jener Größenordnung, in der viele der genannten Elektro-SUVs unterwegs sind. Der lange Radstand von 2,75 Metern und die aufrechte Karosserie lassen bereits von außen erkennen, dass Kia den Schwerpunkt weniger auf Dynamik als auf Platz und Nutzbarkeit gelegt hat. Dieser Eindruck bestätigt sich später vor allem im Innenraum – zunächst aber beim Fahren.

Ruhiger Fronttriebler, stärkere Varianten im Programm

Der EV5 ist in Deutschland in mehreren Antriebsvarianten erhältlich. Neben dem getesteten Frontantrieb mit 160 kW bietet Kia einen Allrad mit 195 kW an. Diese Version beschleunigt in 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 180 km/h in der Spitze. Darüber positioniert sich der EV5 GT mit 225 kW, ebenfalls mit Allradantrieb. Die leistungsstärkste Variante des Kompakt-SUV beschleunigt in 6,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Schluss ist auch hier bei 180 km/h.

Damit deckt Kia mit dem EV5 zwar auch etwas dynamischere Auslegungen ab. Im Wettbewerbsumfeld bleiben die Leistungsdaten aber eher moderat: Ein VW ID.4 GTX oder die stärkeren Varianten des Tesla Model Y treten spürbar spritziger an. Der getestete Fronttriebler steht innerhalb der EV5-Baureihe ohnehin klar für die zurückhaltendere Variante: 160 kW, 8,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und 165 km/h Höchstgeschwindigkeit. Diese Werte passen zu einem Auto, das weniger auf sportliche Fahrweise als auf entspanntes Vorankommen ausgelegt ist.

Entspanntes reisen, nicht hetzen

Entsprechend gelassen fährt sich der EV5 mit Frontantrieb. Der Antrieb setzt seine Leistung ruhig und gut dosierbar frei, ohne den typischen Elektro-Punch. Das niedrige Geräuschniveau – vor allem auf der Autobahn – und die insgesamt komfortable Abstimmung zählen zu den auffälligsten Stärken dieser Variante.

An dieser Grundauslegung ändern auch die fünf Fahrmodi wenig. Eco, Normal, Sport, Snow und MyDrive erlauben zwar Anpassungen bei Motorcharakteristik, Lenkung und Bremsmodus, verschieben aber den Charakter des Autos nicht grundlegend. Eine adaptive Fahrwerksregelung gibt es auch nicht.

Wer den EV5 auf kurvigen Straßen stärker fordert, spürt die Grenzen dieser Abstimmung. Die Karosserie bewegt sich bei zügigerer Gangart leicht, das ESC greift früh ein. Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven stößt der Frontantrieb je nach Untergrund an Traktionsgrenzen. Auf schlechten Straßen gibt die Hinterachse kurze Stöße zudem direkter an die Fondpassagiere weiter, als es der sonst entspannte Gesamteindruck erwarten lässt.

Im normalen Fahrbetrieb fällt das allerdings kaum ins Gewicht. Der EV5 ist nicht auf forcierte Kurvenfahrt ausgelegt, sondern auf ruhiges, gleichmäßiges Vorankommen. Wer ihn so bewegt, bekommt ein Auto, das wenig ermüdet – gerade auf längeren Strecken. Darin liegt die eigentliche Stärke dieser Variante.

Bremsen mit Köpfchen

Sehr gelungen ist die Rekuperation. Kia bietet mehrere Stufen, die über die Schaltwippen am Lenkrad angewählt werden können. Positiv: Der EV5 merkt sich die zuletzt gewählte Rekuperationsstufe. Man muss also nicht nach jedem Start neu einstellen, wie stark das Elektroauto verzögern soll.

Besonders überzeugend ist das i-Pedal. Es lässt sich per langem Zug am linken Paddel aktivieren und bremst den EV5 zuverlässig bis zum Stillstand. Im Alltag wirkt das schnell selbstverständlich und gut dosierbar. Stark ist auch die automatische Rekuperation: Das System nutzt Kamera- und Radarinformationen, passt die Verzögerung an Verkehr, Kurven, Kreisverkehre oder Gefälle an und wirkt dabei nicht zu bevormundend. Nach kurzer Eingewöhnung fährt sich der EV5 damit angenehm intuitiv – ein echter Vorteil auf langen Etappen, wo man sich schnell auf das System verlassen kann.

Verbrauch und Reichweite

Die getestete GT-Line kommt laut Kia auf eine WLTP-Reichweite von 503 Kilometern. Etwas mehr Reichweite (530 km) bietet die Basisausstattung Air. Alle Varianten inklusive des EV5 GT sind mit einer Batterie mit einem Energiegehalt von 81,4 kWh ausgestattet. Im Test mit der GT-Line zeigte sich erwartungsgemäß eine gewisse Spreizung je nach Strecke und Bedingungen.

Auf einer längeren Tour mit überwiegendem Autobahnanteil lag der Verbrauch bei 22,5 kWh je 100 Kilometer. Die Bedingungen waren dabei allerdings nicht ideal: rund elf Grad Außentemperatur, zeitweise starker Wind und Platzregen. Auf einer weiteren Fahrt mit hohem Autobahnanteil zeigte der Bordcomputer 20,3 kWh je 100 Kilometer an. Bei Stadt- und Landstraßenfahrten waren dagegen Werte von knapp 17 kWh je 100 Kilometer möglich.

Damit bleibt der EV5 für ein 4,61 Meter langes SUV mit aufrechter Karosserie im Rahmen. Bei Verbräuchen von 20 bis 22 kWh/100 km sind mit der 81,4-kWh-Batterie rechnerisch knapp 370 bis gut 400 Kilometer möglich. Wer häufiger auf Stadt- und Landstraßen unterwegs ist und den EV5 ruhiger bewegt, kann sich eher der Marke von 450 Kilometern nähern. Auf längeren Autobahnetappen mit Geschwindigkeiten von 130 km/h und darüber sinkt die Reichweite dagegen erwartungsgemäß. Dann rückt die Lade-Performance stärker in den Fokus.

Keine Rekorde beim Laden

Ein wichtiger Punkt für die Einordnung des Ladeverhaltens ist die Plattformauslegung. Zwar basiert auch der EV5 auf der E-GMP-Plattform, nutzt aber nicht die 800-Volt-Technik, wie sie etwa EV6 und EV9 prägt. Stattdessen setzt Kia beim EV5 – wie auch bei den kleineren Modellen EV3 und EV2 – auf eine 400-Volt-Auslegung. Maximal sind 150 kW DC-Ladeleistung möglich, den Hub von 10 auf 80 Prozent gibt Kia mit 30 Minuten an. Rekordwerte liefert der EV5 damit nicht, im Wettbewerbsumfeld bleibt die Ladezeit aber konkurrenzfähig.

Im Test konnte die 30-Minuten-Marke mehrfach eingehalten werden. Entscheidend war allerdings, dass die Batterie zuvor das passende Temperaturfenster erreicht hatte. Der EV5 hilft dabei auf zwei Wegen: Wird eine Schnellladesäule über die interne Navigation angesteuert, kann das Auto den Akku automatisch vorkonditionieren. Alternativ lässt sich die Vorkonditionierung auch manuell starten. Gerade bei niedrigen Außentemperaturen ist das wichtig, um die maximale Ladeleistung zuverlässig abrufen zu können.

Positiv ist, dass Kia die aktive Vorkonditionierung sichtbar macht. Sobald die Batterie vorgewärmt wird, erscheint im SoC-Balken im Fahrerinformationsdisplay ein kleines Heizungssymbol – schlicht, aber hilfreich. Weniger überzeugend ist die geringe Anzeigetiefe: Die Batterietemperatur wird nur in drei Stufen dargestellt – niedrig, mittel und hoch. Ein konkreter Temperaturwert oder zumindest ein Hinweis auf die aktuell mögliche Ladeleistung wären im Alltag nützlicher. Das macht der Wettbewerb teils besser.

Ein wichtiger Praxishinweis betrifft die Navigation: Wer beispielsweise Google Maps via Apple CarPlay nutzt, bekommt die Abbiegehinweise korrekt im Head-up-Display und im Fahrerinformationsdisplay angezeigt. Soweit, so gut. Gleichzeitig werden aber die interne Routenführung des Kia-Systems und damit auch die automatische Batterie-Vorkonditionierung deaktiviert. Wer also per CarPlay zur Schnellladesäule fährt und dort die volle Ladeleistung abrufen möchte, muss die Vorkonditionierung manuell starten. Das funktioniert, man muss es aber wissen! Nutzt man stattdessen den internen EV-Routenplaner, arbeitet die automatische Ladestoppplanung im Test zuverlässig und ist in der Praxis brauchbar.

An AC-Säulen lädt der EV5 serienmäßig dreiphasig mit 11 kW. In dem Fall beträgt die Ladezeit für einen Ladevorgang von 10 auf 100 Prozent 7 Stunden und 20 Minuten. Für Earth und GT-Line ist ein 22-kW-Onboard-Lader als 990-Euro-Option erhältlich. Dann sinkt die Ladezeit auf 3:55 Stunden. Für Nutzer, die regelmäßig öffentlich an AC-Säulen laden, ist das eine sinnvolle Ergänzung.

Ganz ohne Einschränkung kommt diese Option allerdings nicht. In der Earth-Ausstattung ist der 22-kW-Lader nur zusammen mit dem DriveWise-Paket bestellbar, das mit 1.390 Euro zu Buche schlägt. In der GT-Line lässt er sich dagegen auch ohne Paket für 990 Euro dazubestellen – wer ohnehin DriveWise möchte, zahlt hier 1.890 Euro. Enthalten sind unter anderem der aktive Totwinkelassistent mit Monitoranzeige, der Auspark-Kollisionsvermeidungsassistent, Remote Smart Parking Assist und eine Rundumsichtkamera. Wer den schnelleren AC-Lader möchte, muss also ein deutlich größeres Optionspaket mitbestellen.

Ein kleiner praktischer Nachteil bleibt ebenfalls: Mit der 22-kW-Option schrumpft der Frunk von 44,4 auf 35,4 Liter.

Assistenz überzeugt, Warnhinweise nerven

Bei den Assistenzsystemen bringt der EV5 bereits in der Basis eine breite Ausstattung mit. Dazu zählen unter anderem der Autobahnassistent 2.0 mit Spurwechselunterstützung, die navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, der intelligente Geschwindigkeitsassistent sowie Spurhalte- und Spurfolgeassistent. Im Test überzeugten vor allem Abstandsregelung und Spurführung auf der Autobahn sowie auf gut markierten Straßen: Der Kia hält die Spur sauber und pendelt nicht unnötig zwischen den Markierungen. Auch die Spurwechselführung des Autobahnassistenten funktionierte sehr geschmeidig und unaufgeregt. Positiv ist zudem, dass die Spurmittenführung nicht starr an die adaptive Geschwindigkeitsregelung gekoppelt ist. Das Lob gilt allerdings vor allem für diesen Einsatzbereich. Auf gut ausgebauten Landstraßen funktioniert die Unterstützung ebenfalls ordentlich, im Stadtverkehr sollte man daraus aber keine durchgängig souveräne Führung ableiten.

Weniger überzeugend sind die Warnhinweise. Der intelligente Geschwindigkeitsassistent meldet sich häufig, teils auch bei temporären oder nicht eindeutig relevanten Schildern. Auch die kamerabasierte Fahrerüberwachung greift im Test recht sensibel ein. Solche Systeme sind in aktuellen Neuwagen zwar inzwischen allgegenwärtig, im EV5 wirken sie aber nicht immer sauber eingebunden.

Immerhin bietet Kia einige Direktzugriffe: Die akustische Tempowarnung lässt sich per langem Druck auf die Lautstärkewalze deaktivieren, der Lenkeingriff des Spurhalters per langem Druck auf die entsprechende Taste am Lenkrad. Die Fahrerüberwachung muss dagegen tiefer im Menü angepasst werden. Unterm Strich überzeugt die Fahrassistenz deutlich stärker als die Warnlogik – hier dürfte Kia noch nachschärfen.

Cockpit mit guten Ideen und kleinen Eigenheiten

Vor dem Fahrer sitzt ein 12,3-Zoll-Display, rechts davon der zentrale 12,3-Zoll-Touchscreen. Dazwischen befindet sich ein 5,3-Zoll-Klimadisplay, unterhalb des Hauptbildschirms eine physische Leiste für wichtige Klimafunktionen. Das ist grundsätzlich angenehm, weil Kia nicht jede Bedienung ins Menü verlagert. Ganz ideal ist die Lösung trotzdem nicht: Das kleine Klimadisplay wird aus manchen Sitzpositionen vom Lenkrad teilweise verdeckt, die Touch-Leiste oberhalb der Klimabedienung ist zudem nicht sofort als Bedienfeld erkennbar.

Gewöhnungsbedürftig ist die Hebel-Logik am Lenkrad. Neben Licht/Blinker links und Wischer rechts gibt es einen weiteren Hebel für Gangwahl und Start/Stopp. Der Gangwahlhebel ist allerdings recht groß dimensioniert und sitzt je nach Sitzposition näher am rechten Knie, als es ideal wäre.

Beim Materialeindruck zeigt sich ein ähnliches Bild: Der EV5 wirkt solide und sauber verarbeitet, ohne auf Premium-Anmutung zu setzen. In der getesteten GT-Line sind die Bereiche oberhalb der Türarmlehnen weich unterfüttert, darunter findet sich klassentypisch Hartkunststoff. Das wirkt nicht luxuriös, passt aber zum insgesamt nutzwertorientierten Charakter des Autos.

Mehr Komfort bieten die Vordersitze. In der GT-Line sind die sogenannten Premium-Relaxation-Sitze serienmäßig an Bord, inklusive Sitzlüftung und Massagefunktion für den Fahrer. Auch Sitzheizung vorn, Lenkradheizung und beheizbare äußere Rücksitze waren im Testwagen vorhanden. Das hebt den Innenraum spürbar an, ohne den EV5 gleich in Richtung Luxus-SUV zu schieben. Zwei Punkte fallen auf längeren Fahrten dennoch auf: Die Kopfstütze steht recht weit nach vorn, und das Lenkrad lässt sich nicht besonders weit zum Fahrer herausziehen. Für größere Fahrer kann daraus eine leicht kompromissbehaftete Sitzposition entstehen.

Fond und Kofferraum überzeugen

Hinten spielt der EV5 seine größte Stärke aus: Der Fond ist außergewöhnlich großzügig. Selbst hinter einem 1,90 Meter großen Fahrer bleibt reichlich Knieraum, und die Kopffreiheit ist ohnehin großzügig. Dazu kommen ein angenehmer Kniewinkel, eine gute Sitzhöhe und eine verstellbare Lehnenneigung. Die Rückbank wirkt dadurch nicht nur geräumig, sondern auch sehr komfortabel. Das hebt den EV5 stärker von vielen Konkurrenten ab. Wer regelmäßig Erwachsene, größere Kinder oder Kollegen auf der Rückbank mitnimmt, wird den Unterschied schnell merken.

Auch der Kofferraum zählt zu den besten seines Segments. Kia nennt 566 bis 1.650 Liter (bei umgeklappter Rücksitzbank) Kofferraumvolumen. Der Zuschnitt ist kantig und nutzbar, der Ladeboden variabel einstellbar. Bei umgelegten Rücksitzlehnen entsteht eine ebene Ladefläche. Praktisch ist auch der bereits erwähnte Frunk: In der größeren Ausführung bietet er genug Platz für das Typ-2-Ladekabel und den V2L-Adapter. Hinzu kommt eine Anhängelast von 1,2 Tonnen beim Fronttriebler – die Allradvarianten schaffen 1,8 Tonnen.

EV5 FWDEV5 AWDEV5 GT
AntriebFWDAWDAWD
Leistung160 kW195 kW225 kW
Beschleunigung8,4 s7,3 s6,2 s
Höchstgeschwindigkeit165 km/h180 km/h180 km/h
Batterie81,4 kWh81,4 kWh81,4 kWh
WLTP–Reichweite530 km491 km476 km
Ladeleistung DC150 kW150 kW150 kW
Ladezeit DC 10-80%30 min30 min30 min
Ladeleistung AC11 kW/22 kW11 kW/22 kW11 kW/22 kW
Ladezeit AC 10-100%7:20 h/3:55 h7:20 h/3:55 h7:20 h/3:55 h
Kofferraumvolumen566 l566 l566 l
Anhängelast (gebremst)1,2 t1,8 t1,8 t

Drei Linien, eine klare Empfehlung

Bleibt die Frage nach dem Preis – und danach, welche Ausstattungslinie beim EV5 am meisten Sinn ergibt. Kia bietet den EV5 in Deutschland in den drei bereits erwähnten Linien Air, Earth und GT-Line an. Die Basisversion Air ist solide ausgestattet, die 3.000 Euro Aufpreis für die Earth-Version dürften sich für die meisten Käufer aber lohnen. Dann fährt der Kia EV5 mit einer 230-Volt-Steckdose im Gepäckraum, elektrischer Heckklappe, elektrisch verstellbarem Fahrersitz, Sitzheizung (vorn) und Lenkradheizung, Wärmepumpe und der V2L-Funktionalität vor. Zudem ist der Kompakt-SUV erst ab dieser Ausstattung für V2H und V2G Hardware-seitig vorbereitet.

Die GT-Line mit 51.990 Euro in der Basis legt bei Optik und Komfort nach, unter anderem mit 19-Zoll-Rädern, sportlicheren Designelementen, Premium-Relaxation-Sitzen vorn, Sitzlüftung, Massagefunktion für den Fahrer, Harman/Kardon-Soundsystem und schwarzem Dachhimmel. Der Testwagen als GT-Line mit DriveWise-Paket und Lackierung in Iceberg Green Metallic kostet 54.670 €.

Fazit

Unterm Strich ist der EV5 kein Klassenprimus in jeder Disziplin, aber ein sehr ausgereifter Vertreter im Feld der klassisch geschnittenen elektrischen SUV. Empfehlenswert wirkt vor allem die Earth-Ausstattung, weil sie viele E-Auto-spezifische Funktionen bündelt, die sich später nicht ohne Weiteres nachrüsten lassen. Wer ein elektrisches SUV nicht als Statement sucht, sondern als komfortables Familien-, Dienst- oder Langstreckenauto, findet im EV5 eine ernst zu nehmende Alternative zum etablierten Wettbewerb. Und Kia hat damit die angesprochene Lücke gefüllt: Der EV5 kann dem Sportage das Wasser reichen!

12 Kommentare

zu „Kia EV5 im Test: Nicht der Schnellste, aber einer der Schlüssigsten“
Chinesische und deutsche E-Autos for the win
14.06.2026 um 12:23
Der Skoda Enyaq, VW ID Tiguan (noch ID.4) und Leapmotor C10 als Variante mit 800V , oder der Xpeng G6 LR RWD sind die besseren Fahrzeuge. Übrigens wird Ende August der Mercedes GLA EQ mit cm 4,52m Außenlänge vorgestellt, das sind zwar 9cm weniger, was aber auch nicht die Welt ist, aber die technischen Daten diesen Kompaktwagen sind erheblich besser und preislich sind fie Fahrzeuge vergleichbar. Aktuell gibt es nur chinesische und deutsche E-Autos die wirklich modern sind und überzeugen können.
ben
14.06.2026 um 13:33
Den EV5 GT Line bekommst du mit allem Schnickschnack und nach Abzug der normalen Kia Rabatte für 45.000€. Da sind belüftete sitze, ein 1A Soundsystem, Totowinkel!Kameras! und und und drin. Da kann kein id4 und erst Recht kein enyaq mithalten. 800v sind für den normalen Autofahrer vollkommen uninteressant
mipu
14.06.2026 um 17:39
Die 800 V sind für den Autofahrer dann interessant, wenn er statt 30 weniger als 15 Minuten am der Ladestation stehen möchte. Das macht schon einen Unterschied, gerade wenn man mit der Familie längere Strecken fahren möchte.
Preise wirklich mal vergleichen
14.06.2026 um 17:35
Falsch, für den normalen Autofahrerer sind 400V vollkommen uninteressant. Nur ewig gestrige E-Auto Enthusiasten, ja due gibt es auch in insbesondere bei Tesla, sind mit 400V und 30 Minuten Ladezeit zufrieden, oder sie reden sich das zumindest ein. VW ID.4 und Skoda Enyaq haben eine deutlich bessere Ausstattung und mit dem Facelift auch eine bessere Qualität. Preislich sind die Fahrzeuge sehr ähnlich, warum verstehen viele nicht das Listenpreise keine Verkaufspreise sind? Oder wollen das einige nicht verstehen weil sonst deutsche Hersteller besser darstehen würde als viele Konkurrenten (was sie natürlich auch tun!)? Ein 800V Mercedes GLA mit 700km WLTP Reichweite und 20 Minuten Ladezeit ist dem KIA EV5 hier dermaßen überlegen, da braucht man gar nicht weiter zu diskutieren... natürlich sollten alle zum Mercedes greifen die die minimal größeren Abmessungen des KIA EV5 nicht brauchen
ChriBri
16.06.2026 um 15:18
Das hat doch nichts mit "ewig Gestrigen" zu tun. Es gibt 2 Systeme und die werden je nach Fahrzeuggröße und Preis verbaut. Jeder kann individuell entscheiden, was er braucht und was nicht. Ich fahre seit rd 80T km ein 800V System. Nice, aber der nächste hat ein 400V System, weil er für mich andere Vorzüge hat und ich die schnellen Ladezeiten nicht zwingend benötige... und das kann ich glücklicherweise selbst entschieden; und ob deutsche Hersteller wirklich so viel besser dastehen werden in ein paar Jahren die Verkaufszahlen zeigen; was ich in letzter Zeit an Vertriebs- und Produktperformance bei deutschen Herstellern sehen durfte, läßt mich eher zweifeln. Man wird sehen
800V ist technischer Standard
17.06.2026 um 08:14
Es gibt nicht zwei strickt getrennte Systeme, weder bei den E-Autos noch bei der Ladeinfrastruktur. Die Ladeinfrastruktur ist außer den völlig veralteten Tesla Superchargern seit Monaten und Jahren auf bis zu 1000V, sie können aber auch runterregeln auf 400V. Es kann also außer bei Tesla jeder überall laden. Bei den Autos gibt es eine größere Schwelle aber auch hier haben alle 800V Fahrzeuge zumindest optional eine Möglichkeit an 400V Ladestationen zu laden (wie gesagt nur veraltete Tesla Ladestationen haben das noch). Da ohnehin fast jeder Elektro-Neuwagen, inbesondere wenn kan sich mal weltweit umschaut, mit 800V auf den Markt kommt wird 400V nun auch bei Autos außer in Kleinwagen sehr schnell verschwinden. 800V ist, außer bei Kleinwagen, der technische Standard
ChriBri
17.06.2026 um 14:44
Danke, dann kenne ich trotz täglichen auch beruflich bedingten Umgangs mit diesem Thema nicht den „Standard“ und habe wohl übersehen, dass das Gros der sich am Markt befindlichen Fahrzeuge mit 800V operiert.
Jörg
15.06.2026 um 18:37
Was ist für dich ein "normaler" Autofahrer? Ich zB fahre regelmäßig Autobahn, idR auch sehr schnell, keine Langstrecke, und lade zu zu 99% zu Hause mit 11kw - sollte ich doch mal längere Strecken unterwegs sein, weiß ich meine stressfreien Kaffee/Mittagspausen zu schätzen, ohne zum Auto hetzen und umparken zu müssen, wahrscheinlich scheint Stress und Hetze für dich das neue "Normal" zu sein....
800V ist richtig und wichtig
16.06.2026 um 10:09
Klar, du würdest wohl auch 40 Minuten an der Zapfsäule (30 Minuten zum Tanken und 10 Minuten anstehen während Stoßzeiten) gutheißen...Denn so sieht die Realität im Sommer an den Ladestationen teilweise aus. Man muss nicht jeden Rückschritt verteidigen nur damit der ins eigene Weltbild passt. Übrigens ist es darüber hinaus eine extrem (!) egoistische Sicht zu glauben man könnte einfach mal 30 Minuten eine Zapfsäule/Ladestation blockieren und essen gehen und das sei dann auch gut so. Die Ladezeiten müssen konsequent auf 15 Minuten runter um Stau an den Ladestationen zu vermeiden und die E-Mobilität nicht nur für die Kunden sondern auch für die Infrastruktur erst möglich zu machen. Und wer einmal ein 800V Auto mit 15min Ladezeit gefahren ist fährt danach nie wieder ein steinzeitliches Auto das dafür 30min braucht. Also, einfach mal den Sprung auf wirklich innovative Technik wagen und nicht auf der alten Technologie verharren wie so jemand der gerne mit Pferdekutschen reist.
RLBrbg
14.06.2026 um 18:37
Können die Assistenzen, die in Richtung autonomes Fahren gehen, bei Kia jetzt auch Stadt und Landstraßen, so, wie es Fahrzeuge auf der MEB-Plattform, wie ich finde, ganz hervorragend können? Die EV3, die wir im März probefuhren konnten das nicht. Und das lag wohl nicht an Bedienfehlern, da uns das auch die Händler bestätigten. Jedenfalls konnte der EV3 all das, was wir an unserem schon im Haushalt befindlichen Ford Explorer (MEB) so schätzten, nicht. Auch nicht erkannte Höchstgeschwindigkeiten zunächst zu übernehmen etc.. Daher hat sich meine Frau dann doch nicht den EV3 bestellt, sondern einen zweiten Explorer. Sollte der EV5 hier auch nicht mehr können als z.B. der EV3, so wäre ein Test deutlich hilfreicher, wenn er einschränkend erklärt, daß das Lob nur für Autobahnen gilt.
Daniel Bönnighausen
15.06.2026 um 09:00
Danke für den Hinweis, der Punkt ist berechtigt. Ich habe den Absatz deshalb noch einmal präzisiert, damit klarer wird, worauf sich die Einschätzung bezieht.
Klaus Methner
16.06.2026 um 15:41
Interessant zu lesen, dass ich mit meinen 4,5Jahre alten E-Niro immer noch ein gleichwertiges Auto habe. Außer ein paar Minuten Ladezeit kann der EV5 nichts besser, aber manches weniger gut. Z.B schafft der Niro die gleiche Reichweite mit "nur" 64 kWh im Akku.

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